Kirchen in der Altstadt
Mit der Stationierung der Salvegarde (kaiserliche Schutztruppe) in Leer im Jahr 1678 zur Unterstützung der Durchführung kaiserlicher Verordnungen in Ostfriesland erhielt die Bildung der katholischen Gemeinde in Leer großen Auftrieb.
Bis hierhin hatte sie nur insgeheim wirken können. Eine erste Erwähnung über ein richtiges Gotteshaus gab es aber erst um 1700, es hieß, dass in einem Privathaus Gottesdienste abgehalten werden würden. Im Jahr 1719 konnte die stetig wachsende Gemeinde für 600 Reichstaler ein eigenes Haus erwerben.
Das Jahr 1675 ist das Gründungsjahr der lutherischen Gemeinde in Leer.
Unter dem 20. Dezember 1673 erteilte die Fürstin Christine Charlotte für ihren unmündigen Sohn Christian Eberhard dem lutherischen Generalsuperintendent Matthias Cadovius die Erlaubnis zum Bau einer eigenen Kirche in Leer und die Freiheit der öffentlichen Religionsausübung.
Darüber hinaus schenkte sie der unbemittelten Gemeinde 1000 Rthl, deren Zinsen jährlich von der fürstlichen Rentei in Leer ausbezahlt werden sollten. Zudem ermöglichten eine Vielzahl von landesweiten Kollekten den Beginn des Kirchenbaus.
Am 2. Juni 1675 konnte der Grundstein gelegt werden. Ein großer Teil des Baumaterials stammte vom Kloster Thedinga.
Die Große Kirche der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Leer wurde in den Jahren 1785 bis 1787 als barocker Zentralbau errichtet. Die Arbeiten am Turm wurden 1805 abgeschlossen. Der Grundriss des Gebäudes hat die Form eines griechischen Doppelkreuzes.
Der Kirchenrat erteilte dem Zimmermann Isaak Woortmann den Bauauftrag. Seine Baupläne orientierten sich nach Grundsätzen der Reformierten Kirche, die einen eigenen Kirchenbaustil entwickelt hat. Vorbilder waren die Amsterdamer Noorderkerk, die Neue Kirche in Emden und die Noorderkerk in Groningen.
Weitere Kirchenführungen finden Sie unter dem Ökumenischen LEER Pfad auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Leer: www.ack-leer.org
